Kaizen: Alles immer besser machen

Kai, japanisch für „Veränderung“ und Zen für „zum Guten“ ergibt zusammen Kaizen. Darunter verstehen auch westliche Betriebswirtschafter eine Denkweise, die alles darauf ausrichtet, Abläufe, Tätigkeiten und Produkte zu verbessern. Nicht einmalig – sondern permanent. Nicht sofort – in kleinen Schritten.

Aufmerksam darauf macht der Artikel in der aktuellen Handelszeitung (Nr. 44, Artikel leider nicht online erhältlich) und beschreibt die erfolgreichen Beispiele von Swiss und vom Rheintaler KMU-Unternehmen Noventa. Auslöser des Umdenkens ist der steigende Wettbewerbsdruck. Er verlangt in Unternehmen vom Top-Management bis zur Basis ein verstärktes Mitdenken – häufig praktiziert in Form von hierarchisch durchmischten Workshops. Interessant die Abgrenzung zwischen Kaizen und Innovation (Quelle: s. Literatur unten): wo Innovation einen abrupten und dramatischen Einschnitt bedeutet, geht Kaizen den Weg der kleinen Schritte. Wenn Innovation nur durch Erfindungen und Errungenschaften stattfindet, funktioniert Kaizen durch Verbesserung mit konventionellem Know-how. Gefallen hat mir der Schlusssatz des Artikels:“Nachahmern empfiehlt er (Geschäftsleiter Noventa) vor allem den Durchhaltewillen zu trainieren. Der Erfolg in kleinen Schritten erfordert offenbar die Kondition eines Marathon-Läufers.“

Die 10 Grundregeln für die Kaizen-Praxis:
1. Überlege Wege für die Durchführung
2. Ausreden sind unnötig
3. Bessere Fehler sofort aus
4. Wiederhole „Warum?“ 5 Mal
5. Sammle Ideen von vielen verschiedenen Personen
6. Benutze Dein Hirn, nicht die Geldbörse
7. Suche eine einfache Lösung, nicht DIE PERFEKTE
8. Vergiß starre Vorstellungen
9. Probleme sind Möglichkeiten
10. Es gibt kein Ende für Verbesserungen
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kaizen)

Der Literaturklassiker zum Thema:
Kaizen. Der Schlüssel zum Erfolg der Japaner im Wettbewerb.
Von Masaaki Imai

Denksportaufgabe: Familie über Brücke

Bei diesen Aufgaben geht es immer darum, Ihre grauen Zellen auf Trab zu bringen. Sie sollen sich mit der Fragestellung gedanklich beschäftigen, egal ob Sie auf die Lösung kommen oder nicht. Es geht viel mehr darum, dass Sie sich geistig aktivieren. Deswegen klicken Sie bitte nicht gleich auf die Lösung, sondern lassen Sie Ihren Gedankenkapriolen zwei bis drei Minuten Zeit, eine kreative Lösung zu finden. Der Weg ist das Ziel! Wenn Ihre Lösung gut begründet ist – hervorragend, genauso in Ordnung.

Hier meine heutige Frage.

Eine Familie (Vater, Mutter, Sohn und Tochter) möchte nachts eine baufällige Hängebrücke überqueren.

Aufgrund des schlechten Zustands der Brücke können maximal zwei Personen gleichzeitig die Brücke betreten. Die Familie hat nur eine Taschenlampe zur Verfügung, um sich den Weg zu leuchten. Die zwei Personen müssen somit gemeinsam gehen. Damit das nächste Paar gefahrlos das andere Ufer erreichen kann, muss die Taschenlampe wieder zurückgebracht werden.

Das Tempo der Familienmitglieder ist unterschiedlich. Zum Überqueren der Brücke braucht:

Die Mutter (25 Minuten)
Der Vater (20 Minuten)
Die Tochter (10 Minuten)
Der Sohn (5 Minuten)

In welchen Paarungen muss die Familie gehen, wenn sie maximal 60 Minuten Zeit hat, die Brücke zu überqueren?

(Anm.: Die Lampe kann nicht zurückgeworfen sondern muss zurückgetragen werden)

Für die Antworten weiter nach unten scrollen!

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Antwort:

# Zuerst gehen Tochter und Sohn. Dauer 10 Minuten
Dann geht die Tochter alleine zurück.
# Dauer 10 Minuten
Sie übergibt die Taschenlampe den Eltern, die dann gemeinsam über die Brücke gehen
# Dauer 25 Minuten
Diese übergeben die Taschenlampe dem Sohn, der wieder zurück geht.
# Dauer 5 Minuten
Sohn und Tochter gehen dann zum Schluss gemeinsam wieder über die Brücke.
# Dauer 10 Minuten

Kumuliert braucht die Familie 60 Minuten.

SW-Design Idee: Vergleich mit Bildhauerei

Prinzipiell kann man alles programmieren. Die Art wie man eine Anforderung umsetzt, begrenzt diese unendliche Vielfalt.

Überlege also wo Flexibilität notwendig ist (jetzt), und welche ggf. später mit welchem Aufwand eingebaut werden kann.

Lasse dich also von dem Gedanken leiten, dass das Werk schon da ist, und du nur den Umriss aufzeigen musst. Beschränke also die Möglichkeiten durch die Codierung. D.h. entscheide bei dem Entwurf, welche Möglichkeiten damit (zunächst) verbaut werden. Der Rest sollte der Anforderung entsprechen.

Kann man daraus Rückschlüsse auf die Anforderungsdefinition ableiten?